Hallux Valgus OP
Konservative Therapiemaßnahmen – also Behandlungen ohne Operation – können vielen Patient:innen helfen, die Symptome von Hallux Valgus zu mildern und den Verlauf positiv zu beeinflussen. Trotzdem kann nur eine Operation das Problem an der Wurzel behandeln, da es nicht möglich ist, eine vollständige Hallux Valgus Korrektur allein durch konservative Therapie zu erreichen. Wenn also die konservativen Maßnahmen nicht den gewünschten Effekt zeigen, kann eine Operation in Betracht gezogen werden. Bei einer bereits schwerwiegenden Deformität oder starken Schmerzen bei jeder Bewegung und beeinträchtigter Lebensqualität ist das häufig der Fall. Unsere Fußspezialist:innen im Fusszentrum Wien sind stets darauf bedacht, alle konservativen Optionen auszuschöpfen, bevor eine Hallux Valgus OP angedacht wird.
Auswahl der passenden OP-Methode
Die passende Behandlung wird nach einer gründlichen Diagnose individuell festgelegt. Unser Hallux Valgus Experte Dr.Hans-Jörg Trnka bringt es auf den Punkt: “Das wichtigste Prinzip eines fußchirurgisch aktiven Orthopäden sollte sein: Mit einer Technik allein kann man nicht alle Füße bzw. Fehlstellungen korrigieren.“
Langjährige Erfahrung dank über 10.000 Hallux Valgus Operationen, ständiges Aneignen neuer technischer Möglichkeiten und regelmäßiges Durchführen wissenschaftlicher Studien zu den verschiedenen Operationsverfahren bei Hallux Valgus machen unsere Orthopädinnen und Orthopäden im Fusszentrum Wien zu den führenden Expert:innen bei einer Hallux Valgus OP.
Es gibt zahlreiche verschiedene Operationsverfahren für eine Hallux Valgus Korrektur, die sich stark voneinander unterscheiden. Jeder Fuß ist einzigartig, daher gibt es kein allgemeingültiges Standardverfahren. Im Fusszentrum Wien wählen wir je nach Schweregrad des Hallux Valgus, Beschwerden und Beschaffenheit des betroffenen Fußes aus verschiedenen bewährten Operationsmethoden. Auch die genaue Vorgehensweise richtet sich nach verschiedenen Faktoren. Einfluss darauf haben etwa das Ausmaß und die individuellen Auswirkungen der Deformität.
Auch der Intermetatarsalwinkel wird zur Evaluierung herangezogen. Er ist ein Messwert, der den Winkel zwischen zwei benachbarten Mittelfußknochen (Metatarsalknochen) misst und ist ausschlaggebend für die Wahl der passenden OP-Methode. Genauer gesagt wird der Winkel zwischen dem ersten und zweiten Mittelfußknochen gemessen. Hier muss die Fehlstellung behoben werden.
Ebenso Einfluss auf die passende OP-Methode bei Hallux Valgus haben etwaige andere, begleitende Fußprobleme wie z.B. Spreizfuß, Hallux Rigidus oder Krallen- und Hammerzehen, die möglicherweise während des Eingriffs mitbehandelt werden müssen. Lesen Sie hier über die OP-Methoden, die unsere Fußspezialist:innen des Fusszentrum Wien bei Hallux Valgus anwenden.
Leichter und mäßiger Hallux Valgus: Austin Osteotomie
Ein Hallux Valgus gilt als leicht oder mäßig, wenn der Intermetatarsalwinkel unter 16 Grad liegt. In solchen Fällen ist oft die Austin Osteotomie die bevorzugte Operationsmethode.
Grundsätzlich bezeichnet eine Osteotomie einen chirurgischen Eingriff, bei dem ein Knochen gezielt durchtrennt, neu ausgerichtet oder umgeformt wird. Dabei wird ein Hautschnitt im Bereich des Ballens gemacht, um die Weichteile vorsichtig vom Großzehengrundgelenk zu lösen. Dann wird der erste Mittelfußknochen V-förmig durchtrennt. Das verschobene Knochenstück wird in Richtung des zweiten Mittelfußknochens gebracht und mit einer kleinen Schraube (externer LINK:https://www.surgebright.com/shark-screw-allograft) fixiert. Die Auswahl der Schrauben orientiert sich stets an neuesten wissenschaftlichen Erkenntnissen – unsere Orthopädinnen und Orthopäden des Fusszentrum Wiens sind hier stetig federführend an Studien beteiligt.
Die Austin Osteotomie ist eine Form der Chevron-Osteotomie. Die Chevron-Osteotomie ist ein spezifischer Typ der Osteotomie, bei dem der Knochen des ersten Mittelfußknochens nahe dem Großzehengrundgelenk in Form eines "V" ("Chevron") durchtrennt wird. Die Austin-Osteotomie ist eine Variante der Chevron-Osteotomie, die ähnliche Prinzipien und Techniken verwendet, um die Fehlstellung des Großzehs zu korrigieren. Sie ist benannt nach dem Chirurgen, der dieses Verfahren entwickelt hat, und wird oft synonym mit der Chevron-Osteotomie verwendet.
In ausgewählten Fällen führen wir auch eine minimalinvasive Hallux Valgus Korrektur durch. Hier wird über eine Schlüssellochtechnik unter Röntgenkontrolle die Korrektur ähnlich wie bei einer Chevron-Osteotomie durchgeführt.
Ein spezieller postoperativer Schuh erlaubt es, den Fuß am Tag der Operation schon wieder zu belasten. Dieser Schuh muss für vier Wochen nach dem Eingriff getragen werden.
Schwerer Hallux Valgus: SCARF Osteotomie
Bei einem stärker ausgeprägten Hallux Valgus beträgt der Intermetatarsalwinkel mehr als 16 Grad und es liegt nicht nur eine Fehlstellung der Knochen, sondern auch eine Kontraktur der Weichteile vor. Das bedeutet, dass Verkürzungen oder Verspannungen der Weichgewebe, (insbesondere der Sehnen, Bänder oder Muskeln, die sich um das Großzehengrundgelenk herum befinden) entstanden sind. Das Gelenk ist dadurch in seiner Funktion stark eingeschränkt. In solchen Fällen wird oft die SCARF-Osteotomie als bevorzugte Operationsmethode angewandt.
Zuerst wird das knöcherne “Überbein” (hervortretender Wulst am Großzehengrundgelenk) behutsam entfernt, dann wird der Mittelfußknochen hinter dem Knochenköpfchen (Metatarsalköpfchen) in einer Z-Form durchtrennt, um das Köpfchen nach außen zu verschieben. Zur Stabilisierung dieser Korrektur werden normalerweise zwei kleine Schrauben verwendet. Neben dem Eingriff am Knochen ist häufig auch ein chirurgischer Eingriff an den Weichteilen notwendig, um optimale Ergebnisse zu erzielen.
Nach der Operation kann der Fuß mit einem speziellen postoperativen Schuh bereits am Operationstag belastet werden. Dieser Schuh muss für etwa vier Wochen nach dem Eingriff getragen werden.
Unsere Orthopädinnen und Orthopäden sind Expert:innen der Osteotomie bei Hallux Valgus und arbeiten beständig an der Weiterentwicklung und Evaluierung der Operationsmethoden. Neben der Effektivität der Methoden wird auch auf ästhetische Komponenten von operativen Fußeingriffen bei Hallux Valgus eingegangen.
Sehr schwerer Hallux Valgus: Lapidus Arthrodese
Bei einem sehr stark ausgeprägten Hallux Valgus, der einen Intermetatarsalwinkel von über 20 Grad und eine Kontraktur der Weichteile aufweist, wird oft die Lapidus Arthrodese als bevorzugte Operationsmethode gewählt.
Eine Arthrodese ist ein chirurgisches Verfahren, das darauf abzielt, die Stabilität eines Gelenks durch dessen “Versteifung” zu verbessern. Dazu werden die Knochen an den Gelenkflächen etwa durch Schrauben miteinander verbunden, normalerweise nach Entfernung des Gelenkknorpels. Die Knochen wachsen nach der Operation zusammen, es entsteht eine dauerhafte Verbindung zwischen ihnen und das Gelenk “versteift”.
In Bezug auf den Hallux Valgus kann die Lapidus-Arthrodese, am Tarsometatarsalgelenks (Gelenk zwischen erstem Mittelfußknochen und Mittelfuß) angewendet werden, um die Fehlstellung des Großzehs zu korrigieren und die Beschwerden zu lindern.
Der Eingriff beginnt mit einem Hautschnitt am Ballen, die kontrakten Weichteile um das Großzehengrundgelenk werden gelöst. Anschließend wird ein zweiter Hautschnitt gesetzt, um Zugang zum Tarsometatarsalgelenk zu erhalten, das dann "entknorpelt" wird. Der erste Mittelfußknochen wird in die korrekte Position gebracht, und dann wird die Arthrodese mit zwei Schrauben oder einer Kombination aus Schraube und Platte fixiert. Nach der Operation wird der Fuß für sechs Wochen mit einem stabilen Stiefel ruhiggestellt.
Narkose
Was bei allen OP-Methoden gleich ist: Bei einer Hallux Valgus OP erfolgt üblicherweise ein Dämmerschlaf mit Leitungsanästhesie. Diese lokale Sedierung betäubt gezielt die betroffenen Nerven im Fuß, um Schmerzen während des Eingriffs zu verhindern. Es ist also keine Vollnarkose notwendig und Patient:innen können in den meisten Fällen spätestens einen Tag später das Krankenhaus verlassen.
Nachbehandlung Hallux Valgus OP
Nach einer Hallux-Valgus-Operation ist das Schonen des Fußes eine der grundlegenden Säulen der Nachbehandlung. Vor allem in den ersten 10 bis 14 Tagen ist es entscheidend, den operierten Fuß vor Belastung zu schützen. Der Fuß, der durch die Operation verletzt ist, benötigt in dieser Phase Zeit für Heilung und Regeneration. Das bedeutet, dass nur unvermeidliche Aktivitäten ausgeführt werden sollen.
Das Hochlagern des operierten Fußes ist ein weiterer wichtiger Bestandteil der Nachbehandlung. Beim Sitzen oder Liegen sollte das operierte Bein nicht herabhängen, sondern vorsichtig erhöht gelagert werden. Indem der Fuß in einer erhöhten Position ruht, können Schwellungen reduziert und Schmerzen gelindert werden. Ein erhöhtes Lagern des Fußes kann insgesamt dazu beitragen, den Heilungsprozess zu unterstützen und Beschwerden nach der Operation zu verringern.
Auch das Kühlen des operierten Fußes in den ersten Tagen nach der Operation kann helfen, Schwellungen zu reduzieren. Durch die Anwendung von Kältepackungen oder Eisbeuteln werden Entzündungen gelindert. Dieser kühlende Effekt kann auch dazu beitragen, Schmerzen zu mildern und den Heilungsprozess zu unterstützen. Der betroffene Bereich am Fuß sollte nach der Operation drei- bis viermal täglich für jeweils etwa zehn Minuten gekühlt werden.
Neben diesen grundsätzlichen Säulen der Nachbehandlung einer Hallux Valgus OP ist vor allem Physiotherapie (LINK Physio) die wichtigste Maßnahme zur schnellen und nachhaltigen Genesung.
Physiotherapie nach Hallux OP
Physiotherapie inklusive Fußgymnastik nach einer Hallux-Valgus-OP sind entscheidend für die Genesung des Fußes. Das bestätigen auch wissenschaftliche Studien unserer spezialisierten Örthopäd:innen im Fusszentrum Wien zum Einfluss von Physiotherapie auf die Funktionsverbesserung nach Hallux-Valgus-Operationen. Spezielle Übungen stärken die Muskeln sowie das muskuläre Gleichgewicht und fördern ein normales und stabiles Gangbild. Diese Therapie hilft, den Fuß stabiler zu machen und unterstützt dabei, Bewegungseinschränkungen zu lösen, die nach der Operation auftreten können. Letztlich beschleunigt sie die Erholung und ermöglicht eine raschere Rückkehr zu gewohnten Aktivitäten.
Durch konsequente Physiotherapie können Patient:innen innerhalb von etwa acht Wochen wieder zu einer anatomisch korrekten Art des Gehens gelangen, bei der keine auffälligen oder unregelmäßigen Bewegungen im Fuß oder im Gangmuster erkennbar sind. Dies bedeutet, dass der Fuß beim Gehen korrekt abrollt, ohne übermäßige Belastung oder Schmerzen im operierten Bereich. Auch der Grundstein für sportliche Aktivitäten wird damit gelegt.
Die spezialisierte Therapie wird im Fusszentrum Wien von erfahrenen Physiotherapeut:innen durchgeführt und so geplant, dass der Übergang zwischen den Behandlungsphasen nach der Operation reibungslos verläuft. Dieser Ansatz ermöglicht es unseren Patient:innen, nach der Operation möglichst schnell zu ihren gewohnten täglichen Aktivitäten und sportlichen Interessen zurückzukehren.
Sport nach Hallux OP
Durch eine angemessene Nachbehandlung nach einer Hallux Valgus OP können Patient:innen im Alltag und während sportlicher Aktivitäten langfristig keine Einschränkungen erwarten. Personen, die regelmäßig Sport treiben, können nach einer bestimmten Erholungszeit wieder mit dem Training beginnen. Nach einer Hallux-Valgus-Operation ist es jedoch wichtig, sich wieder langsam steigernd mit dem Sport zu beginnen. Insgesamt ist eine individuelle Herangehensweise wichtig, um sicherzustellen, dass der Fuß angemessen heilt und sich schrittweise an Belastungen gewöhnt. Die Operationsmethode und der individuelle Heilungsverlauf haben einen Einfluss darauf, wann intensive sportliche Aktivitäten wieder aufgenommen werden können. Im Fusszentrum Wien sind unsere Orthopädinnen und Orthopäden für Sie da, um nach einer Hallux Valgus OP gemeinsam Ihren individuell passenden Weg zurück zum Sport zu gehen.
